25.9.2011

Zur Rede des Pabstes vor dem Deutschen Bundestag

Die Rede des Papstes vor dem Deutschen Bundestag finde ich mehr als bemerkenswert:

Die sich exklusiv gebende positivistische Vernunft, die über das Funktionieren hinaus nichts wahrnehmen kann, gleicht den Betonbauten ohne Fenster, in denen wir uns Klima und Licht selber geben, beides nicht mehr aus der weiten Welt Gottes beziehen wollen. Und dabei können wir uns doch nicht verbergen, dass wir in dieser selbstgemachten Welt im Stillen doch aus den Vorräten Gottes schöpfen, die wir zu unseren Produkten umgestalten. Die Fenster müssen wieder aufgerissen werden, wir müssen wieder die Weite der Welt, den Himmel und die Erde sehen und all dies recht zu gebrauchen lernen.

Alles was recht ist: Benedikt XVI ist ein Poet (und das ist keinesfalls despektierlich oder ironisch gemeint). Die Fragen, die er aufwirft, stellt er nicht allein – und schon die Chupze, dies immer wieder zu tun, unbeirrt von Anfeindungen von so ziemlich allen Seiten der Gesellschaft, verlangt meinen Respekt.

[Kelsen] hatte gesagt, dass Normen nur aus dem Willen kommen können. Die Natur könnte folglich Normen nur enthalten, wenn ein Wille diese Normen in sie hineingelegt hat. Dies wiederum würde einen Schöpfergott voraussetzen, dessen Wille in die Natur miteingegangen ist. "Über die Wahrheit dieses Glaubens zu diskutieren, ist völlig aussichtslos", bemerkt er dazu. Wirklich? - möchte ich fragen. Ist es wirklich sinnlos zu bedenken, ob die objektive Vernunft, die sich in der Natur zeigt, nicht eine schöpferische Vernunft, einen Creator Spiritus voraussetzt?

Hier begegnet meine Sicht jener des Papstes: es gibt keine Normen, die die Naturwissenschaften (der „Positivismus“, in dessen Vokabular) vermitteln könnten – es gibt eben keine „objektive Moral“. Hier trennen sich dann auch die Wege: aus meiner Sicht kommt man auch ganz gut ohne solch ein Konstrukt aus.

Dem jungen König Salomon ist in der Stunde seiner Amtsübernahme eine Bitte freigestellt worden. Wie wäre es, wenn uns, den Gesetzgebern von heute, eine Bitte freigestellt wäre? Was würden wir erbitten? Ich denke, auch heute könnten wir letztlich nichts anderes wünschen als ein hörendes Herz - die Fähigkeit, Gut und Böse zu unterscheiden und so wahres Recht zu setzen, der Gerechtigkeit zu dienen und dem Frieden.

Der Appell, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, kommt mE. vom Mephisto höchstpersönlich. Wie man aus der Bibel lernen kann, hat diese Attitüde Gott selbst explizit in Frage gestellt.

(Bei „wallflowers zine“ gibt es eine lesenswerte Analyse des Papstbesuchs)

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