21.11.2008

Musikproduktion am Computer (4)

(Themenanfang)

Die zentrale Software, die man bedienen muß, wenn man am Computer Musik machen will, ist der Sequencer (ich bleibe bei dem Namen, auch wenn die versammelte Macht des Marketings es durchgesetzt hat, daß man mittlerweile von einer „Digitalen Audio Workstation”, oder DAW, redet). Der Begriff hat seine Wurzeln noch in der Hardware der 70er Jahre, als erstmals analoge Sequencer und (die mit ihnen eng verwandten) Drummachines die Bühne betraten - Geräte, mit denen man Abfolgen von (wenigen) Tönen festlegen konnte, die sich hinterher zu einer Folge von solchen Sequenzen (aka Pattern) kombinieren ließen.

Die ersten Software-Sequencer sind diesem Konzept gefolgt (wie übrigens generell in der Musikindustrie Konzepte zuerst in Hardware zur Verfügung standen, um erst später als Software auf den immer leistungsfähigeren Home-PCs zu laufen): man hat dort mit einer vorher festzulegenden Zahl von Takten („Pattern”) zu tun, die sich hinterher zu einem „Song” zusammenfügen lassen [1].

Ende der Achtziger erschien mit „Cubase” ein Software-Sequencer, der rasch zum Standard für alle anderen Programme auf diesem Gebiet wurde: die Benutzeroberfläche zeigt ein virtuelles Tonbandgerät, wobei auf der vertikalen Achse dessen Spuren, und auf der horizontalen das Tonband in seinem zeitlichen Verlauf dargestellt wird. Man kann sich das auch so vorstellen, daß man ganz links eine Liste der unterschiedlichen Instrumente sieht, und daneben die von diesen gespielten Noten in ihrem zeitlichen Verlauf.

Die einzelnen Spuren des virtuellen Tonbands sind weit variabler editierbar als jene auf der Hardware: man kann nicht nur das komplette Band in Stücke zerscheiden, die man hinterher in einer neuen Reihenfolge wieder zusammenkleben kann, sondern man kann auch innerhalb der einzelnen Spuren manipulieren: man arbeitet mit Parts, mit Schnipseln beliebiger Größe, die man beliebig positionieren, kopieren, schneiden, und löschen kann.

(Screenshot: Cubase/Atari aus den frühen Neunzigern.)

  1. [1] Ein ganz heißer Tip, wenn man die frühen Sequencer in Aktion hören will - und nicht nur dafür: das ist zeitlos gültige Musik - sind die Soloalben von John Surman - z.B. dieses Werk.
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