12.6.2008

Klang, Sound (5)

(Themananfang)

Wenn ich die Wahl habe, ist es leicht: dann gehe ich in die Hamburger Musikhalle und höre ein Orchester oder einen Pianisten live. Meistens habe ich diese Wahl aber nicht, und bin auf eine Konserve im Wohnzimmer angewiesen.

  • Musik findet statt in den Köpfen; sie hat aber ihren Ausgangspunkt im Raum - dort, wo der Klang entsteht.
  • Partituren sind Hilfsmittel (und dies auch nur in der abendländischen Musiktradition, keineswegs universell), nicht Zweck: Musik erklingt; alles, was davor (Schreiben von Partituren) oder danach (Kritik) erfolgt, ist sekundär, Ursache oder Folge, nicht das, um das es letztlich geht.
  • Musik ist Klang in der Zeit.
  • Musik ist Klang.

Mit Kant müßte ich jetzt darauf hinweisen, daß diese scheinbar objektive Ebene nur existiert, weil es einen Beobachter gibt, der sie subjektiv, in sich, vermittelt. Es gibt kein Klavier, das sich selber spielt; und darüber hinaus - und dies ist keinesfalls triviale Erkenntnis - gibt immer jemanden, der dabei zuhört. - Aber das ist ein völlig anderer Aspekt desselben Themas.

Nochmals: Musik ist Klang, welcher von der abstrakt gemalten Partitur bestenfalls vertreten, niemals ersetzt werden kann. Wenn ich Musik erlebe, sind meine Ohren weit geöffnet: ich höre hin; ich weigere mich, die Dinge zurecht zu hören, ich instiere auf das, was erlebbar da ist.

Die Hüsteleien der Konzertbesucher kann ich ebensowenig "weghören" wie die Unzulänglichkeiten in der technischen Reproduktion von Musik durch CD-Player, Boxen, usf. "Historische Aufnahmen" mögen interessant sein: sie sind nicht "anhörbar" für den, der seine Sinne nach außen richtet - der die Dinge wahrnimmt, wie sie sind, und nicht so, wie sie seinem Vorurteil gemäß erscheinen sollen.

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