26.3.2015

Das Jabberwocky-Prinzip (Better off Ted - Jabberwocky Project)

Portia: It's going great.

Ted: How great it would if we come up with a product.

Portia: Products are for people who don't presentations.

„Products are for people who don't presentations.” Das ist eine sprachlich-geniale Beschreibung des Jabberwocky-Prinzips. Dabei kann man mit „Jabberwocky” (kein schlechter Schlachtruf, btw) wohl recht genau beschreiben, mit was es das Management (nicht nur im exportorientierten Mittelstand) im Alltag so zu tun hat.

25.3.2015

Der Banker - Master of the Universe (Doku)

Der Untertitel („Master of the Universe”, bzw. „Ein Insider packt aus und erzählt seine Geschichte!”) verdeckt ein wenig die Qualität der Dokumentation. Es geht nicht um eine wilde Anklage gegen die „Bankster”, oder dergleichen. Im Gegenteil: geschildert wird die Normalität der Vorgänge; deren Rationalität; die Verwunderung von an ihnen Beteiligten, den Umschlag in, im Nachhinein offenkundige, Irrationalität verpaßt zu haben.

19.3.2015

Varoufakis and the fake finger - Jan Böhmermann

[Langer Text mit überaus differenzierten Überlegungen gelöscht.] - Ich fasse zusammen: Dies ist die Wirklichkeit.

13.3.2015

Gambling On American Subprime Mortgages

[…]

The official narrative that has taken hold in Germany and EU circles blames the crisis entirely on others, not least profligate and reckless southern Europeans. It argues that since others, not Germany, are responsible for the crisis, they must pay the price for it. Germany does not need to change, others do. As well as paying back their debts in full, they must emulate what Germany did a decade ago: consolidate public finances and bear down on wages to restore competitiveness. That way they can be as successful as Germany supposedly is.

There’s just one problem with this narrative: it is entirely false. The true story is as follows. In the years up to 2007, there was a huge credit boom across the Western financial system, from the United States to Iceland. It involved a massive expansion of cross-border lending by dysfunctional and dangerously undercapitalised banks, abetted by the complacency – and sometimes the complicity – of central bankers, regulators, supervisors and politicians. And Eurozone banks were at the heart of it.

As well as gambling on American subprime mortgages, German and French banks lent too much, badly to Spanish and Irish homebuyers and property developers, Portuguese consumers and the Greek government, both directly and together with local banks. When the bubbles burst and banks began to fail, governments decided to bail them out, protecting banks’ creditors. Banks’ initial losses were often related to American subprime mortgages, over which European governments had no control. But when it became clear in early 2010 that Greece could not pay its debts, Merkel – together with a French trio of Jean-Claude Trichet at the ECB, Dominique Strauss-Kahn at the IMF and President Nicolas Sarkozy – took a different approach.

To avoid losses for French and German banks, they decided to pretend that Greece was merely going through temporary funding difficulties. And under the pretence that the financial stability of the Eurozone as a whole was at risk, they decided to breach the legal basis on which the Eurozone was formed – the “no-bailout rule” – and lend to the Greek government so that it could repay those foreign banks and investors. Further loans from EU governments to Ireland, Portugal and Spain followed, primarily to bail out local banks that would otherwise have defaulted on their borrowing from German and French banks and other financial investors.

As a result of these bailouts, the bad lending of private banks has become obligations between governments. […]

[…]

(Philippe Legrain im Interview; via; Hervorhebung von mir)

Legrain war 2011-14 Chef eines Teams, das EU-Kommissionspräsident Barroso in ökonomischen Fragen beraten hat. Ganz offensichtlich sind die fatalen Fehlentscheidungen in der laufenden Eurokrise keinesfalls auf mangelnden ökonomischen Sachverstand zurück zu führen. Legrains Analyse stimmt weitgehend mit jener überein, die von angelsächsischen Ökonomen wie Paul Krugman und Josef Stieglitz vertreten wird. Wie seine amerikanischen Kollegen hatte auch er Zugang zu Entscheidern auf höchster politischer Ebene – sein Standpunkt wurde dort angehört. Man kann darüber debattieren, ob der dort auch verstanden wurde. Fest steht jedenfalls, daß er nicht zur Grundlage für das politische Handeln wurde. Die Frage wäre, warum das so war. Zur gegenwärtigen Stunde kann man wohl nur eines festhalten: die Antwort auf diese Frage kann unmöglich simpel sein.

8.3.2015

xkdc: Hard Reboot

Trifft. Trifft besonders, wenn man, wie ich, einen Moment nachdenken muß, um die Pointe zu begreifen.

27.2.2015

Notiz - Yórgos Avgerópoulos, Agora

Ich wiederhole meinen Hinweis auf die Doku von Yórgos Avgerópoulos, „Agora” – eine Schilderung der Eurokrise zwischen 2010-14 aus der Sicht Griechenlands.

25.2.2015

Notiz - Macht ohne Kontrolle: die Troika

Harald Schumanns Langzeitreportage über das Wirken der Troika ist unbedingt sehenswert. Ich bilde mir ja ein, einigermaßen gut über das Thema informiert zu sein; einige der von Schumann geschilderten Vorgänge haben aber dafür gesorgt, daß mir nur die Klappe offen steht.

Trotzdem finde ich den Beitrag unbefriedigend. Er ist, mehr oder weniger, „preaching to the choir”. Ein Beitrag zu einer derart bedeutenden Debatte darf sich mE. nicht damit bescheiden, die Argumente der „Guten” plakativ auszubreiten, und die Dümmsten auf der anderen Seite genüßlich vorzuführen. Richtig Wucht gewinnen nur Argumente, die gegen die Besten ihrer Gegner bestehen. – Aber das ist nur ein Einwand auf der Ebene der politischen Taktik.

Die Geschichten, die Schumann erzählt, werfen ein Schlaglicht auf die Verfaßtheit einer postdemokratischen Ordnung, in der via Verdikt von „staatenlosen Technokraten” an Parlamenten vorbei regiert wird.

19.2.2015

Notiz - Der Euro auf dem Weg zum Nord-Euro

Norbert Häring vom Handelsblatt spekuliert in seinem Blog über mögliche Motive der Protagonisten des derzeitigen „Verhandlungspokers” über die Zukunft Griechenlands (wobei das Wort „Poker” eigentlich keinen Platz hat, wenn es um eine Weichenstellung für die Zukunft nicht nur Griechenlands, sondern Europas für die nächsten Jahrzehnte geht):

[…] Beide Seiten können kaum noch ohne Gesichtsverlust einen Kompromiss finden. […]

Ein wahrscheinliches Szenario ist dieses: Die griechische Regierung beschließt eine eigene Währung einzuführen, die sie selbst drucken lassen kann. Diese wertet stark ab. Die Währungsunion wird dadurch von der unauflöslichen Union zum Festkurssystem auf Widerruf. Zypern wird umgehend hinauskatapultiert. Portugal und Spanien wehren sich länger gegen die Spekulation auf einen Austritt, können ihn aber letztlich nicht verhindern. Italien als nächstes Land ebenso wenig. […]

In dieser Nord-Währungsunion hätte Berlin klar das sagen. Frankreich würde zurückgeworfen auf das bedingungslose Nachvollzehen der deutschen Finanzpolitik aus der Zeit des Franc fort unter Mitterand, damit es überhaupt mitmachen darf. […]

Der deutschen Exportwirtschaft wird die Aufwertung gegenüber den Südländern zwar wehtun. Aber wenn sie allmählich geschieht, erst Griechenland und Zypern, dann Portugal, dann Spanien, später erst Italien, und dort aufhört, ist das leicht erträglich.

Die Südländer werden zu billigen Urlaubsdestinationen und Lieferanten billiger Vorleistungen und Rohstoffe, sowie von nach Deutschland abwandernden Fachkräften und Akademikern. Kein ganz schlechter Deal auch für die deutsche Wirtschaft.

Denkt Berlin so? Ich weiß es natürlich nicht, aber ich fürchte – ja.

(Via; Hervorhebung von mir)


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